Sommerliche Gurken-Tomaten-Suppe

Zuppa estiva di cetriolo e pomodoro

 

Eine herrlich erfrischende Suppe für heiße Tage, die Tomaten geben die nötige Intensität, die einer normalen Gurkenkaltschale sonst fehlt.

Aus dem Kochbuch „Gemüse“ von Antonio Carluccio, einem von mir sehr geschätztem, in London lebenden italienischen Koch und Gastronom, welcher leider kurz nach Erscheinen des Buches im Jahre 2017 verstorben ist.

Carluccio hatte auch diverse Kochsendungen gedreht, unter anderem mit Gennaro Contaldo („Two Greedy Italians“). Er war der Schwager des britischen Designers Sir Terence Conran, dessen Neal Street Restaurant er ab 1981 leitete, und später übernahm. Wo übrigens Jamie Oliver seine professionelle Karriere begann, damals als Patissier.

Für 4 Personen

2 große Salatgurken, geschält und in Stücke geschnitten
2 El Dill, fein gehackt
3 El Crème double
2 große Fleischtomaten, gehäutet und gewürfelt
10 frische Basilikumblätter, plus einige Blätter zum Garnieren
1 kleine Zwiebel, geschält und gewürfelt
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer

Gurke und Dill mit etwas Salz und Pfeffer in einem Mixer glatt pürieren. Die Crème double untermischen und kalt stellen.

Die gehäuteten Tomaten zusammen mit Zwiebel, Olivenöl, gewaschenen und trocken geschüttelten Basilikum und etwas Salz und Pfeffer ebenfalls im Mixer pürieren und im Kühlschrank kalt stellen.

Zum Servieren etwas Gurkensuppe in einen tiefen Teller geben und die Tomatensuppe vorsichtig in die Mitte gießen. Mit einigen Basilikumblättern garnieren.

Lachs mit Sauerampfer nach Troisgros

L’escalope de saumon à l’oseille

 

Angeregt durch die Folge über Michel Troisgros bei „Chef’s Table: Frankreich“ habe ich dieses Gericht nachgebildet.

1962 von seinem Vater Pierre und seinem Onkel Jean kreiert, die bei einem Aufenthalt im Baskenland sehr kurz gebratenen Lachs serviert bekamen, und beschlossen dies in Zukunft auch in ihrem Restaurant zu praktizieren. Damit waren die Gebrüder Troisgros jedoch in Frankreich ihrer Zeit weit voraus, braun und durchgebraten war die Devise der Kochtechniken damals, und die Gäste begannen den Fisch in die Küche zurückzuschicken.

Erst als der Kritiker Robert Courtine, damals für Le Monde schreibend, ihr Gericht als „endlich ein intelligent zubereiteter Lachs“ adelte, strömten immer mehr neue Gäste in das Maison Troisgros.

Kurz danach erhielt das Restaurant seinen zweiten Michelin-Stern, 1968 den dritten, den es nun seit 51 Jahren ununterbrochen behielt.

Für Michel Troisgros bedeutete das Gericht aber auch immer einen Schatten der Vergangenheit (kein Wunder: Er erschafft die ausgefallensten und wohlschmeckendsten Kompositionen, aber ständig fragt jemand nach Lachs mit Sauerampfer…), und als er 1993 die Leitung des Restaurants übernahm befreite er sich von allen alten Zöpfen, und strich den Lachs von der Karte.

Doch inzwischen steht schon die vierte Generation in der Küche, Michels Sohn César. Obwohl er das Gericht gar nicht kannte, hatte er davon gelesen und fragte oft danach. So kam es, wie es kommen musste: Michel Troisgros schloss seinen Frieden mit dem Lachs mit Sauerampfer, und nahm ihn 2013 wieder auf die Karte, als Sinnbild der Geschichte und der Tradition der Familie und des Restaurant Troisgros.

Et voilà:

Für 4

2 Lachsfilets ohne Haut, möglichst aus der Mitte, je etwa 250g
2 kleine Schalotten
200ml Sahne
100ml Crème double
80ml Weißwein
30ml Wermut, weiß
300ml Fischfond
1 Bündel Sauerampfer (etwa 150g)
Saft einer halben Zitrone
Salz, weißer Pfeffer

Die Lachsfilets von der Seite vorsichtig aufschneiden und halbieren, so dass 4 Filets entstehen, nicht dicker als 1 bis 1,5cm. Bei Bedarf plattieren, die Filets sollten möglichst überall die gleiche Dicke aufweisen.

Den Lachs salzen und pfeffern.

Vom Sauerampfer die Stiele entfernen. Ruhig im Ganzen lassen, bzw. nach dem entstielen sollte das Blatt in zwei Hälften zerteilt sein.

Die Schalotten fein würfeln und in einen Topf geben. Sehr kurz ohne Fett heiß werden lassen (nicht rösten), mit dem Weißwein ablöschen. Den Fischfond und den Wermut hinzugeben, bei mittlerer Hitze bis auf die Hälfte einreduzieren. Die Sahne und die Crème double unterrühren, wieder bis auf die Hälfte reduzieren.

-Troisgros benutzte eine Sahne, die hervorragend aussah, vermutlich direkt vom Bauern, und mit einem deutlich höheren Fettanteil als die handelsübliche homogenisierte. Deswegen habe ich mit etwas Crème double aufgerüstet.-

Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.

Den Sauerampfer unterrühren und den Topf vom Herd nehmen.

Währenddessen eine beschichte Pfanne erhitzen, die Lachsfilets ohne Fett auf jeder Seite 15 Sekunden anbraten, nicht länger. Die Sauce auf vorgewärmten Tellern verteilen, den Lachs obenauf legen und sofort servieren. Mit Gabel und Löffel. Wer hat, auch gerne mit Saucenlöffel.

Dazu einen Sancerre, naturellement!

Papayasalat

Som Tam Thai

Thailand

 

1 El getrocknete Garnelen
1 feste grüne Papaya oder eine halbe „normale“
2 Karotten
2-3 Schlangenbohnen
2 Knoblauchzehen
1-3 Birdseye-Chili
1 El Palmzucker
2 El Fischsauce
1 unbehandelte Limette
8 Cocktailtomaten
4 El geröstete Erdnüsse/Cashewkerne

Die getrockneten Garnelen in lauwarmen Wasser einweichen.

Papaya schälen, quer teilen und mit einem Löffel die Kerne entfernen. In feine Scheiben schneiden, diese dann in dünne Stifte. Oder hobeln.

Karotten schälen, ebenfalls in feine Stifte schneiden. Die Schlangenbohnen putzen und in 4 cm lange Stücke schneiden.

Die eingeweichten Garnelen abgießen und grob hacken. Chilischoten entkernen, Knoblauch schälen. Original wird das alles jetzt im Mörser zerstampft, das Gemüse zugegeben und leicht angedrückt. Das wird mir aber schnell zu breiig, deswegen mörsere oder hacke ich nur Garnelen, Knoblauch und Chili, die Papaya und das Gemüse lasse ich in der Form der mühsam geschnittenen Stifte.

Die Cocktailtomaten halbieren und mit den Erdnüssen (oder Cashewkernen) und allen anderen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Mit Fischsauce, Palmzucker und Limettensaft abschmecken.

Falls nicht vorhanden den Palmzucker mit normalem Zucker ersetzen.

Dazu Jasminreis.

Wichtig: Schlangenbohnen kann man roh essen. Falls man diese mit normalen Bohnen, z.B. Keniabohnen, ersetzt bitte vorher 5 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, um das für den Menschen giftige Phasin abzubauen. Aber rohe Bohnen schmecken zum Glück nicht.

Getrocknete Garnelen gibt es im Asialaden, alternativ nimmt man einen Teelöffel (nicht mehr…) Garnelenpaste, wie Terasi oder Belacan (auch im Asialaden).

Unreife Papaya ist ganz schwierig zu bekommen. Sonst eine fast reife nehmen, dann wird der Salat deutlich fruchtiger, schmeckt aber auch gut. Die können recht groß sein, ich würde für dieses Rezept so etwa 400 bis 600g Papaya nehmen.

 

Es gibt mal wieder Musik zum Essen.

Ich gebe zu, sie ist etwas verstörend, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Außerdem harter Ohrwurm-Effekt. Ich habe gewarnt…

 

Timballo

Timballo di Anelletti al forno

 

Nach einem Rezept des Agriturismo Portella della Ginestra, Palermo.
Gefunden in „So schmeckt Italien“ aus dem Christian Verlag.

4 El Olivenöl extra vergine
1 kleine Zwiebel, klein gehackt
1 Stange Sellerie, fein gehackt
1 Karotte, geschält und klein gewürfelt
150 g Rinderhackfleisch
150 g Schweinehackfleisch
125 ml trockener Rotwein
400 g Passata oder pürierte Tomaten
100 g Erbsen
200 g Anelletti (Anelletti Siciliani Biologici von Libera Terra)
80 g Caciocavallo-Käse, gerieben
50 g gesalzener Ricotta
16 Auberginenscheiben (Durchmesser etwa 8-10 cm), plus einige zum Garnieren
Erdnussöl zum Frittieren
40 g Semmelbrösel
frischer Basilikum
Salz, Pfeffer

Anelletti sind kleine, ringförmige Nudeln. Libera Terra ist ein Zusammenschluss von Vereinen, die Hunderte Hektar Land, das früher von der Mafia besetzt war, in landwirtschaftliche Kooperativen verwandelt hat, die von den Gemeinden vor Ort geführt werden. Unterstützenswert. www.liberaterra.it

(Ich habe allerdings diesmal nicht extra Pasta im Internet bestellt, sondern bei der lokalen Supermarkt-Nudelmafia „Hörnchen“ gekauft.)

Caciocavallo ist ein großer, birnenförmiger, geräucherter Käse, meist aus Kuhmilch, „der“ Käses des Südens. Schwer erhältlich, mit Provolone oder einem anderen halbfesten Schnittkäse ersetzen.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln, Sellerie und Karotten darin bei geringer Temperatur etwa 5 Minuten anschwitzen.

Das Fleisch hinzufügen und ein paar Minuten anrösten. Mit Rotwein ablöschen und den Wein verdunsten lassen. Dann die Passata hinzufügen, bei kleiner Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen.

Die Erbsen hinzugeben und weitere 15 Minuten köcheln lassen. Wenn die Masse zu trocken wird, ein paar Löffel heißes Wasser einrühren. Ist sie schön dick, den Herd ausschalten und die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Anelletti in einem Topf mit kochendem Salzwasser al dente kochen.

Anelletti abgießen und in einer Schüssel mit der Fleischsauce vermischen. Den geriebenen Käse sowie den Ricotta hinzugeben und alles gründlich vermengen.

Die Auberginenscheiben in dem erhitzen Erdnussöl frittieren., auf Küchenpapier das überschüssige Fett abtropfen lassen. Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

In eine Backofenform zuerst eine Lage frittierter Auberginenscheiben setzen, darauf eine Lage Pasta mit Sauce geben. So fortfahren, bis jeweils drei Lagen aufeinander geschichtet sind. Den Abschluss bildet eine Lage Pasta. Darauf etwas Semmelbrösel streuen, dann das Ganze im vorgeheizten Backofen 20-25 Minuten backen.

Beim Aufeinanderschichten der einzelnen Lagen hilft ein Dessertring.

Wenn die Auberginenscheiben fertig gebacken sind, herausnehmen und mit einer Auberginenscheibe und frischem Basilikum garnieren.

Rosenkohl orientalisch

Rosenkohl mal anders.

Aus „Die Küche“ von Tim Mälzer.

für 4

1 kg Rosenkohl
50g Haselnusskerne, geschält
4 El Olivenöl
½ Granatapfel
20g Butter
1 El Zucker
Salz

Rosenkohl putzen, d.h. die Enden vom Strunk abschneiden und die äußeren welken Blätter entfernen. Den Rosenkohl in kochendem Salzwasser 3-4 Minuten blanchieren, dann abgießen und in Eiswasser abkühlen lassen, anschließend in einem Sieb abtropfen lassen.

Die Haselnüsse grob hacken, in eine Schüssel geben und mit Olivenöl und etwas Salz vermischen.

Die Kerne aus dem Granatapfel lösen und beiseite legen.

Eine große Pfanne erhitzen, die Butter darin zerlassen und leicht braun werden lassen. Den Rosenkohl und unter gelegentlichem Schwenken goldbraun anbraten. Anschließend mit dem Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen.

Den Rosenkohl vom Herd nehmen, Haselnüsse und Granatapfelkerne unterheben. Bei Bedarf mit etwas Salz abschmecken und servieren.

Durch die kurze Garzeit bleibt der Rosenkohl knackig und gar nicht kohlig. Auch Rosenkohlhasser wurden mit dem Rezept schon bekehrt. Die meisten jedenfalls.

Granatapfelkerne auszulösen erfordert ein wenig Vorsicht, will man nicht die Küche und sich selber rot sprenkeln. Am besten schneidet man mit einem scharfen Messer vorsichtig den Blütenansatz ab, danach schneidet man auf der Hälfte des Apfels längs drei bis vier Spalten ein, von Blüten- bis zum Stielansatz, und trennt die Spalten ab. Langsam. Über einer Schüssel kann man dann die Kerne relativ einfach auslösen.

Haselnüsse häutet man indem man die Kerne für 8 – 10 Minuten auf ein Backblech oder in einer Schale in den auf 180°C vorgeheizten Backofen gibt, alternativ in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze schwenken. Der Geruch ist hier ein guter Indikator, wenn es lecker nach kleiner Weihnachtsbäckerei riecht, ist es Zeit die Nüsse vom Herd zu nehmen, wenn es verbrannt riecht war es zu lang…

In ein Küchenhandtuch oder Küchenpapier einwickeln und die Haselnüsse kräftig aneinanderreiben, fertig.

Vietnamesisches Omelett mit Schweinehackfleisch

Trung Duc Thit

 

Vietnam

Frühstück, für 2

2 Frühlingszwiebeln
3 Knoblauchzehen
½ Bund Koriandergrün
5 – 6 Eier
200g Schweinehackfleisch
2 El Reismehl
2 El Fischsauce
Pfeffer, Salz
Erdnussöl oder anderes hocherhitzbares Öl, wie Kokos- oder Rapsöl

Die Frühlingszwiebeln in dünne Scheiben schneiden, Knoblauch schälen und fein hacken.

Koriandergrün waschen, trocken schütteln und hacken.

Die Eier mit einer Gabel in einer Schüssel verquirlen. Wer sich in die richtige Stimmung versetzen will, benutzt statt der Gabel natürlich Stäbchen. Hackfleisch, Reismehl und Fischsauce untermischen. Reismehl sorgt für zusätzliche Bindung und ist wunderbar mit normaler Speisestärke zu ersetzen.

Dann Zwiebel, Knoblauch und gehackten Koriander zugeben und alles zu einer glatten Masse verrühren. Mit Pfeffer und Salz würzen, Vorsicht mit dem Salz, die Fischsauce ist sehr salzig.

In eine beschichten Pfanne mit flachem Rand (wichtig, um das Omelett gut wenden zu können) das Öl geben. Die Hälfte der Eiermasse hineingeben, nach 20 Sekunden einmal mit einem Holzspatel (oder den Stäbchen) kurz durchrühren, danach 2 bis 3 Minuten bei mittlerer Hitze stocken lassen.

Das Omelett dann zusammenklappen und 1 Minute weiterbraten. Danach wenden und abgedeckt in etwa 2 Minuten fertig braten. Das Omelette auf einen Teller gleiten lassen, warmstellen und den Vorgang mit der restlichen Eiermasse wiederholen.

Die Omeletts mit dem gehackten Koriander servieren.

Dazu Süße Chilisauce (Fertigprodukt), oder besser eine fix gemachte Nuoc cham, Fischsauce mit Chili:

3 El Fischsauce mit 1 El Limettensaft, 1 kleingehackten Knoblauchzehe, 1 kleingehackten Chilischote und 1 El Zucker verrühren. Fertig.

Nach Geschmack noch etwas gehacktes Koriandergrün untermischen.

In Anlehnung an ein berühmtes Filmzitat:

Ich liebe den Geruch von Fischsauce am Morgen!

 

Garnelen und Ananas in Kokosnusssauce

Udang Masak Lemak Dengan Nenas

Malaysisch

 

 

für 4, als Teil weiterer Gerichte

500-600g Garnelen (Tiger Prawns), roh
½ reife Ananas
1Tl Kurkuma
1 Stängel Zitronengras
1 Kurkumablatt *
1 El Tamarindenpaste
400ml Kokosmilch
2 Frühlingszwiebeln
3 rote Chili
5 Bird’s eye Chili
Salz

Gleich vorweg: Die Bird’s eye Chili sind der Authentizität des Rezeptes geschuldet. Normale Mitteleuropäer lassen die weg und tasten sich mit 3 „normalen“ Chilischoten an den gewünschten Schärfegrad heran.

Die Chilischoten klein hacken, die Hälfte der Frühlingszwiebeln klein würfeln, die andere Hälfte in feine Ringe schneiden. Den vordereren Teil des Zitronengrasstengels klein würfeln oder mörsern. Die Zwiebeln kurz farblos anschwitzen, Chilischoten und Kurkuma zugeben und umrühren. Alle weiteren Zutaten, bis auf die Ananas und die Garnelen, dazugeben und etwa 10 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei aufpassen, dass die Kokosmilch nicht gerinnt – häufig umrühren und eventuell die Hitze kleiner stellen.

Die Schale der Ananas mit dem Messer entfernen und das Fruchtfleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Mit den Garnelen in den Topf geben und köcheln, bis die Garnelen gar sind. Das ist nach etwa 3 bis 5 Minuten der Fall, je nach Größe. Die Garnelen sollten sich vollständig rot gefärbt haben.

Abschmecken und servieren.

Wein zu asiatischem Essen ist immer etwas schwierig, im Zweifel einen Tee oder ein Bier vorziehen. Hierzu allerdings passt ganz ausgezeichnet ein ohne Holz ausgebauter Chardonnay:

Mâcon-Villages „La Crépillionne“ Chardonnay 2017, Domaine Fichet

*  Kurkumablätter sind fast nicht zu bekommen in Deutschland. Aus dem Urlaub mitbringen lassen, oder – weglassen.

Bruschette mit Fenchelsalami und Feigen

Bruschette mit Stracchino, Fenchelsalami & Feigen

Wieder Brot mit Feige. Aber der Feigenbaum im Garten hat dieses Jahr zum ersten Mal vollreife Früchte getragen.

 

 

Mit einer Portion Gärtnerstolz daher nun dieses Rezept aus „Die Venezianische Küche“ von Russell Norman:

Für 2 Bruschette
2 Scheiben knuspriges Sauerteigbrot
½ Knoblauchzehe
4 El Stracchino
6 Scheiben Fenchelsalami
2 reife Feigen, geviertelt
Meersalzflocken und frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl, extra vergine

Das Brot toasten und noch heiß auf einer Seite mit der Knoblauchzehe einreiben.

Die warmen Brotscheiben mit dem Stracchino bestreichen und die Salami locker darauf drapieren.

Mit den Feigenvierteln garnieren, mit Meersalz und Pfeffer bestreuen und mit Olivenöl beträufeln.

Stracchino ist ein italienischer streichfähiger Weichkäse aus Kuhmilch, übersetzt etwa „kleiner Müder“, denn er wurde aus der Milch der Kühe nach dem Almabtrieb im Herbst gewonnen, manchmal auch Creszenza genannt. Im italienischen Feinkostgeschäft, aber gut zu ersetzen mit anderem vollfetten Streichkäse.

Mit den Meersalzflocken ist hier nun Zeit das Fleur de Sel aus dem Schrank zu kramen, oder meinen Liebling unter den Salzen, Maldon Sea Salt.

Olivenöl extra vergine: Etwas anderes sollte sowieso nicht im Haushalt sein.

Pappardelle mit grünen Bohnen, Pfifferlingen und Speck

Rezept aus einem recht betagten e&t-Heft, aber super wenn man auf dem Markt schöne, frische Pfifferlinge erstanden hat. Und hat in diesem Haushalt jeden Herbst mindestens einen Auftritt, ist also bestens bewährt.

Die Pfifferlinge waren zwar aus dem Ausland, da dieser Spätsommer hier einfach zu trocken war, dennoch von sehr guter Qualität.

Für vier

300g Pfifferlinge
300g grüne Bohnen
100g Südiroler Brettlspeck in Scheiben
3 Stiel Bohnenkraut
5 Stiele Estragon
2 Schalotten
400g Pappardelle
Salz, Pfeffer
6 El Olivenöl

Pfifferlinge sehr sorgfältig abbürsten, am besten mit einem Küchenpinsel. Große Pilze halbieren.

Die Enden der Bohnen abschneiden, in 5 cm große Stücke halbieren. Speck in Streifen schneiden, Bohnenkraut- und Estragonblätter von den Stielen zupfen und fein hacken, Schalotten fein würfeln.

Die Nudeln in kochendem Salzwasser al dente garen, die Bohnen etwa 10 min in Salzwasser garen. 2 El Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Pilze darin etwa 5 min bei starker Hitze anbraten. Wenn diese dabei fröhliche Geräusche machen, ist die Hitze perfekt. Denn woher kommt der Name Pfifferlinge? Genau.

Schalotten und Speck zugeben und bei milder Hitze kurz mitbraten. Kräuter untermischen und bei milder Hitze kurz mitbraten. Kräuter untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der leichte Anisgeschmack des Estragons passt prima zu dem Gericht, falls nicht vorhanden sollte aber auch Thymian gut funktionieren.

Nudeln und Bohnen abgießen, das Nudelwasser auffangen. Nudeln tropfnass mit den Pfifferlingen mischen. 150-200ml Nudelwasser untermischen und mit 4 El Olivenöl beträufelt sofort servieren.

Schönes Herbstgericht ohne Kürbis…

Burrata mit Blutorange

Burrata mit Blutorange, Koriander und Lavendelöl

 

Aus dem NOPI-Kochbuch von Yotam Ottolenghi, welches Rezepte mit einer überzeugenden Mischung aus orientalischen, mediterranen und asiatischen Einflüssen enthält. Zuviel durcheinander geht ja oft gar nicht gut aus, aber Ottolenghi und sein Chefkoch Ramael Scully aus dem NOPI Restaurant beweisen ein glückliches, ja fast geniales Händchen bei der Aromenkombination.

Ottolenghi nennt das NOPI sein „erwachsenenes“ Restaurant, im Gegensatz zu seinen über ganz London verstreuten „Delis“, und weist darauf hin, dass die Rezepte etwas anspruchsvoller nachzukochen sind. Also ein Gegenentwurf zu seinem neuestem Kochbuch „Simple“.

Burrata ist eine Art Mozzarella mit Sahnefüllung, inzwischen in manchen Supermärkten zu finden, sonst beim italienischen Delikatessenhändler vorbeischauen. Zur Not mit einem guten Büffelmozzarella ersetzen, aber die Suche nach Burrata lohnt sich!

Blutorangen haben nur eine kurze Saison, diese lassen sich aber problemlos mit normalen Orangen ersetzen.

Für 4 Personen

2 El Olivenöl
1 ½ Tl flüssiger Honig
¾ Tl getrockneter Lavendel
½ kleine Knoblauchzehe, zerstoßen
1 El Koriandersamen, geröstet
2 Blutorangen, oder 2 mittelgroße Orangen
4 Kugeln Burrata
etwa 20 kleine Basilikumblätter
grobes Meersalz

In einem kleinen Topf das Öl mit Honig, Lavendel, Knoblauch und ¾ Tl Salz vermengen. Bei schwacher bis mäßiger Hitze kurz aufkochen und sofort vom Herd nehmen. Gut umrühren, abkühlen lassen und dann die Koriandersamen untermengen.

Die Schalen der Orangen samt der weißen Haut abschneiden, in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Eventuelle Kerne entfernen. Die Orangenscheiben leicht überlappend auf Teller legen, je eine Kugel Burrata daneben plazieren.

Beides mit dem Koriander-Lavendel-Öl überziehen, das Basilikum dazugeben und servieren.

Yotam Ottolenghis Kochbücher hypen gerade sowohl durch das Internet, als auch durch die Buchhandlungen. Es wird hier bestimmt weitere Rezepte von ihm geben.