Düsseldorf

Am Tag nach dem Besuch bei Anthony’s Kitchen noch ein paar Stunden durch Düsseldorf geschlendert. Wirklich nur kurz, daher nur drei, nein vier Empfehlungen:

Butch.

Ein Küchenladen. Ein wenig auf die Leserschaft des Beef!-Magazins ausgerichtet, man kann hier auch ungefähr die letzten 20 Ausgaben kaufen. Hauptsächlich qualitativ hochwertige Hardware, Pfannen, Töpfe, Messer, ein paar Küchengeräte. Kleines Sortiment an Gewürzen, Fonds, etc.

Gute Auswahl, gute Beratung.

Cucina.

Auch ein Küchenladen. Im Keller Großgeräte wie z.B. Designerkühlschränke und Küchenzeilen von der Werkbankküche.

Oben von allem etwas, Kochbücher, Gewürze/Soßen/Pestos, diverse Kochutensilien, ein paar Töpfe und Pfannen, Holzbretter, Tableware etc. der Richtung jung und stylisch. Gute Auswahl, freundliches Personal.

Direkt nebendran der Markt am Carlsplatz, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 16 Uhr.

Hervorragend bestückter Markt mit festen Ständen und Düsseldorfer Charme, auch hier wird konsequent geduzt. Prima Auswahl an Fisch, Fleisch, Gemüse, Backwaren, Blumen, ein paar Cafés und Bistrots. Hohe Qualität der Waren, lohnenswert.

Auf dem Weg zum Markt zufällig an einem Buchladen vorbeigekommen: Frank Petzchen, ein Buchladen nur mit Kochbüchern! Verheerend für die Urlaubskasse…

Ausgesprochen kompetente und freundliche Inhaberin, und aus dem Keller stiegen Essensdüfte auf, ein Kochkurs war im Untergeschoss zugange. Auf die Frage, wie oft denn ein Kochkurs stattfinden würde, stellte sich heraus: Täglich! Tu felix Düsseldorf.

Butch
Tußmannstraße 63

Cucina
Carlsplatz 24

Frank Petzchen
Benrather Straße 6 / Carlsplatz

Markt am Carlsplatz
Carlsplatz 4

Anthony’s Kitchen, Meerbusch

Geboren in Ghana, aufgewachsen in Wiesbaden, hat Anthony Sarpong nach einer beruflichen Laufbahn durch die halbe Welt (u.a. als Privatkoch in Kasachstan) 2014 seine Zelte in Meerbusch bei Düsseldorf aufgeschlagen, und dort sein eigenes Restaurant Anthony’s eröffnet. 2018 wurde er dafür mit einem Michelin Stern ausgezeichnet. Dazu betreibt er noch zwei weitere gastronomische Betriebe in Neuss und Mönchengladbach.

Das Restaurant ist modern und angenehm unverkrampft eingerichtet, keine gestärkten Tischdecken, sondern gar keine, dunkle Wände, geschmackvolle Hängelampen über jedem Tisch, eher im Stil einer guten Szenebar denn eines Gourmetrestaurants. Außerdem wird konsequent geduzt, aber das ist wohl Düsseldorf, wie ich später noch feststellte.

Etwas verwirrend allerdings die im Raum des Restaurants integrierte Kochschule, in der an diesem Abend auch ein Kochkurs im Rahmen eines Firmenevents stattfand. Das entpuppte sich aber im Verlauf als gar nicht störend, sondern eher weiter zur relaxten Atmosphäre beitragend. Die Kochschüler hatten vor der „Schulküche“ eine lange Tafel, an der sie ihre zubereiteten Speisen verzehren konnten und bedienten sich quasi selbst, so dass für den Rest der Gäste genug Aufmerksamkeit des Personals vorhanden war.

Filigrane Zalto-Gläser und eine Speisekarte im mit Siegel verschlossenem Kuvert wurden uns gereicht, und los ging es.

Die Karte bietet zwei Optionen: Fünf oder sieben Gänge. Kein à la carte.

Wir entschieden uns für fünf Gänge (89 Euro) plus Weinbegleitung zu 42 Euro.

Als ersten Gruß aus der Küche wurde eine kleine Krokette mit Dry-Age-Fleisch und Steinpilz-Trüffelmajo mit Kresse serviert. Kräftige, gehaltvolle Aromen, rückblickend jedoch der schwächste Teil der Speisefolge. Aber nur, weil die nachfolgenden Gänge so verdammt gut waren.:)

Danach selbstgemachtes Brot und Brioche mit einer Hokkaidokürbisbutter (geschmacklich gut, aber vielleicht ein wenig zu mächtig) und leckerer Olivenbutter.

Als Amuse ein Maronen-Espuma mit Vadouvangewürz und Erdnusscrunch.

Aha! Now we’re talking! Vadouvan ist eine fermentierte indische Gewürzmischung, und in Verbindung mit der schönen Idee aus den winterlichen, eher dunkel und erdig schmeckenden Maronen ein luftiges Espuma (Nein, ich bin immer noch kein Fan von Schäumchen. Aber das war ausgezeichnet!) zu machen, lieferte sie den entscheidenden Kick. Und als „Anthony’s Kitchen, Meerbusch“ weiterlesen

Vietnamesisches Omelett mit Schweinehackfleisch

Trung Duc Thit

 

Vietnam

Frühstück, für 2

2 Frühlingszwiebeln
3 Knoblauchzehen
½ Bund Koriandergrün
5 – 6 Eier
200g Schweinehackfleisch
2 El Reismehl
2 El Fischsauce
Pfeffer, Salz
Erdnussöl oder anderes hocherhitzbares Öl, wie Kokos- oder Rapsöl

Die Frühlingszwiebeln in dünne Scheiben schneiden, Knoblauch schälen und fein hacken.

Koriandergrün waschen, trocken schütteln und hacken.

Die Eier mit einer Gabel in einer Schüssel verquirlen. Wer sich in die richtige Stimmung versetzen will, benutzt statt der Gabel natürlich Stäbchen. Hackfleisch, Reismehl und Fischsauce untermischen. Reismehl sorgt für zusätzliche Bindung und ist wunderbar mit normaler Speisestärke zu ersetzen.

Dann Zwiebel, Knoblauch und gehackten Koriander zugeben und alles zu einer glatten Masse verrühren. Mit Pfeffer und Salz würzen, Vorsicht mit dem Salz, die Fischsauce ist sehr salzig.

In eine beschichten Pfanne mit flachem Rand (wichtig, um das Omelett gut wenden zu können) das Öl geben. Die Hälfte der Eiermasse hineingeben, nach 20 Sekunden einmal mit einem Holzspatel (oder den Stäbchen) kurz durchrühren, danach 2 bis 3 Minuten bei mittlerer Hitze stocken lassen.

Das Omelett dann zusammenklappen und 1 Minute weiterbraten. Danach wenden und abgedeckt in etwa 2 Minuten fertig braten. Das Omelette auf einen Teller gleiten lassen, warmstellen und den Vorgang mit der restlichen Eiermasse wiederholen.

Die Omeletts mit dem gehackten Koriander servieren.

Dazu Süße Chilisauce (Fertigprodukt), oder besser eine fix gemachte Nuoc cham, Fischsauce mit Chili:

3 El Fischsauce mit 1 El Limettensaft, 1 kleingehackten Knoblauchzehe, 1 kleingehackten Chilischote und 1 El Zucker verrühren. Fertig.

Nach Geschmack noch etwas gehacktes Koriandergrün untermischen.

In Anlehnung an ein berühmtes Filmzitat:

Ich liebe den Geruch von Fischsauce am Morgen!