Diana Rigg

Dame Diana Rigg ist im Alter von 82 Jahren verstorben.

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Ich will keinen Nekro(b)log machen, aber Diana Rigg war dann doch zu ikonisch, um sie hier nicht zu würdigen.

(Und nein, nicht mit einem Melonenrezept)

Der Name ihrer berühmtesten Rolle entstand aus dem Wortspiel mit „Man appeal“ (Männer ansprechend), „M. appeal“ = Emma Peel. Möglicherweise leicht sexistisch, aber sie füllte die Rolle derart souverän aus, dass Emma eine Vorbildfunktion für eine unabhängige, selbstbestimmte Frau der sechziger Jahre innehatte. Und Diana spielte ihren Partner Patrick Macnee ganz nebenbei an die Wand.

Nach dem Erfolg von „Mit Schirm, Charme und Melone“ spielte sie nur in wenigen Kinofilmen mit, unter anderem einem James Bond, war aber regelmäßig auf der Theaterbühne zu sehen.

Nach dem Ritterschlag zur CBE (Commander of the Order of the British Empire) 1987 wurde sie 1994 zur Dame Commander (DBE), der zweithöchsten Stufe des britischen Ritterordens ernannt.

Im Alter von 75 Jahren brillierte sie noch einmal in der Kultserie „Game of Thrones“.

Wie immer ihrer Zeit voraus in diesem Bild…

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In der Serie „The Avengers“ (der Originaltitel von Mit Schirm, Charme und Melone) wurde hauptsächlich Champagner getrunken, und auch wenn sie zu ihrem achtzigsten Geburtstag eine Party schmiss und dafür einen Cocktail erfand, Diana’s Dynamite, bestehend aus Prosecco mit Cointreau, „which got everyone hammered“, würde ich doch lieber mit einem Champagner-Cocktail auf sie anstoßen:

French 75

3 cl Gin
1,5 cl frischer Zitronensaft
1 cl Zuckersirup
Champagner

Gin, Zitronensaft und Sirup auf Eis in einem Shaker kräftig schütteln, in ein vorgekühltes Champagnerglas oder einen Champagnerkelch abgießen, mit dem Champagner auffüllen.

Eventuell mit einer Cocktailkirsche garnieren.

 

 

Dubonnet Cocktail

Wir mixen einen Dubonnet Cocktail, zu Ehren von Queen Elizabeth II., die heute ihren 94. Geburtstag feiert, und deren Lieblingsdrink dies ist.
(Wer gestern einen anderen prominenten Geburtstag gefeiert hat, musste einen braunen Kuchen backen. Da trinken wir doch lieber auf die Queen!)

Diese rüstige Dame hält seit 68 Jahren die britische Monarchie am Laufen, und ist seit 72 Jahren mit demselben Mann verheiratet. Auf das Geheimnis einer guten Ehe angesprochen antwortete sie einmal, dies sei nur möglich mit getrennten Schlafzimmern.

Auch an Bord der HMY Britannia gab es daher für Prinz Philip und sie verschiedene Schlafräume. Die Queen liebte dieses Schiff, verbrachte sie hier doch einen Großteil der royalen Ferien, und die Yacht war eine der wenigen Orte für Elizabeth abseits vom Medienrummel mit der Familie zu entspannen. Und für den ein oder anderen Dubonnet Cocktail.

Doch die neugewählte Labourregierung unter Tony Blair hat die Britannia 1997 außer Dienst gestellt, nachdem sie den Unterhalt, der für Staatsbesuche und andere repräsentative Zwecke benutzten Yacht, nicht länger übernahm, und die königliche Familie die 30 Millionen Euro jährlicher Betriebskosten nicht selber zahlen wollte.

Die niemals die Contenance verlierende Monarchin vergoss öffentlich eine Träne, als sie das letzte Mal von Bord ging.

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Die Uhren an Bord des Schiffes wurden übrigens zu exakt dieser Zeit angehalten, um 15 Uhr 01, und sind es bis heute.

Inzwischen liegt die Britannia als Museum im Hafen von Leith in Schottland. Man kann sie aber für stilvolle private Feiern mieten.

Zum Cocktail:
Dubonnet ist ein auf Weinbasis hergestellter Aperitif, aromatisiert mit Zimt, grünen Kaffeebohnen, ganz vielen, natürlich streng geheimen Kräutern, Chinarinde und wurde 1846 von Joseph Dubonnet, einem Pariser Chemiker und Weinhändler, erfunden. Der damit den von der französischen Regierung ausgeschrieben Preis gewann, das bereits bekannte „Tonikum“ der Chinarinde als Malariaprophylaxe für die Soldaten der Fremdenlegion geschmacklich akzeptabler zu machen, denn Chinin ist extrem bitter.

Die britischen Soldaten wiederum benutzten Tonic Water, das sie recht schnell mit Gin geschmacklich akzeptabler machten…

In der BBC-Dokumentation von 2007 „Monarchy: The Royal Family at Work“ bereitet der Herr über die alkoholischen Getränke im Buckingham Palace, Robert Large, den Dubonnet Cocktail zu. Anderswo auf der Welt wäre seine Berufsbezeichnung wahrscheinlich ein schnöder F&B Manager, im Haushalt der Queen ist er der „Yeoman of the Cellars“.

30 ml Gin
60 ml Dubonnet

auf Eis rühren, abseihen

mit zwei Eiswürfeln im Tumbler servieren
mit einer Zitronenzeste abspritzen und diese mit ins Glas geben

Dubonnet Cocktail
Dubonnet Cocktail

 

Für Elizabeth wird eine eine halbe Zitronenspalte, die Kerne säuberlich entfernt, of course, mit ins Glas gegeben, ich bevorzuge die Zeste und rühre, statt im Gästeglas wie Monsieur Large, im Rührglas.

In der Mischung gerät der Drink etwas zu süß, besser finde ich gleiche Teile, also 40 ml Gin, 40 ml Dubonnet.

Wer auf Nummer sicher gehen will probiert gleich das Rezept von Queen Mum, die den Cocktail mit 70 ml Gin und 30 ml Dubonnet bevorzugt haben soll. Und sie ist schließlich 101 Jahre alt geworden!

Von ihr wurde 2008 eine handgeschriebene Notiz versteigert (für 16000 Pfund!), in der sie ihren Butler anwies Dubonnet und Gin für einen Lunch im Garten einzupacken.

I think that I will take two small bottles of Dubonnet and gin with me this morning, in case it is needed.

Der Hoflieferant des Palastes ist die Marke Tanqueray Gordon, und es wird behauptet die Queen würde Gordon’s Gin in ihrem Dubonnet Cocktail verwenden. Wer dies ebenso machen will lässt aber bitte die Finger von dem 37,5%-igem Fusel, der in unseren Supermärkten verramscht wird, und bringt sich die Variante mit 47% aus Großbritannien oder dem Duty Free mit. Oder nimmt einen anderen Gin.

Dubo, Dubon, Dubonnet & God save the Queen !

Musik: Ein fröhlicher Calypso von George Browne, a.k.a. Young Tiger.
Geboren in Trinidad, 1941 in Schottland von Bord eines Tankers gegangen, um danach in London ein gefragter Musiker zu werden. 1952 wurde er Zeuge der Krönungsfeierlichkeiten von Elizabeth II. in London, und davon anscheinend schwer begeistert schrieb er diesen Song.

Sake Negroni

Wie versprochen hier das Rezept für den Sake Negroni, aus dem Restaurant La Gineria in Padua, dort Japan Negroni genannt.

Der klassische Negroni feiert dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag, diverse Zeitschriften und Magazine berichteten darüber.

Der Legende nach verlangte der lebenslustige Graf Negroni in seinem Stammlokal danach, den sonst bestellten, damals sehr populären Americano (Campari, roter Wermut und Sodawasser), etwas stärker zu machen und bekam ihn mit Gin statt Soda serviert. Und dieser Drink eroberte später die Barkarten der Welt.

Doch zurück zur Variante:

Ich bin immer noch kein allzu großer Fan von pur genossenem Sake, trotz diverser Feldversuche.

Aber in Cocktails macht er wirklich eine gute Figur!

4cl Sake
3cl Wermut weiß
3cl Luxardo bitter bianco
1 Spritzer Soda- bzw. Mineralwasser

Sake, Wermut und den Bitterlikör in einem Tumbler auf großen Eiswürfeln verrühren, dann einen Schuss Sodawasser dazugeben.
Mit einer Zitronenzeste abspritzen.

Garnitur: getrocknete Orangenscheibe, Zitronenzeste.

 

Sake Negroni

 

Es lohnt sich hier nicht den Kochsake aus dem Supermarkt, sondern ein hochwertigeres Produkt zu nehmen. Leider befinden sich die Spitzensakes schnell in astronomischen Preisregionen.

Eine typisch japanische Angewohnheit, für perfekte Qualität absurd hohe Preise auszugeben.

Wer sonst würde 40000 Euro für zwei Melonen bezahlen?

Ganz so schlimm muss es aber nicht werden, der hier benutzte Dewazakura-Sake („Kirschblüte“) im Ginjo-Stil mit einer Rice Polishing Ratio von 50% liegt bei etwa 15 Euro. Für 0,3l.

Da der weiße Luxardo Bitter etwas süßer ist als Campari, empfehle ich einen trockenen Wermut zu nehmen, z.B. Dolin oder Noilly Prat.

Kanpai!

Pimm’s Cup

Das erfrischende Sommergetränk der Briten.

Pimm’s No. 1 ist ein Likör auf Ginbasis, die genaue Rezeptur ist (natürlich) streng geheim.

Die Saison startet mit der Chelsea Flower Show im Mai. Während dort Erdbeeren als unverzichtbare Obsteinlage serviert werden, so wie auch einen Monat später in Wimbledon, sind andere Früchte auch willkommen, Brombeeren, Himbeeren und Kirschen zum Beispiel.

Genauer betrachtet kommt allerdings Pimm’s bei der Chelsea Flower Show inzwischen aus dem Zapfhahn als Premix, Erdbeeren gibt’s auch keine mehr und serviert wird im Plastikbecher. O tempora, o mores! Naja, die Atmosphäre rundherum lässt es einem trotzdem schmecken.

Man nehme:

5cl Pimm’s No. 1
10cl Zitronenlimonade
1 halbe Zitronenscheibe
1 halbe Orangenscheibe
1 Gurkenscheibe
2 Minzezweige
ein paar Früchte der Saison

und gebe den Pimm’s Cup und die Limonade in ein Longdrinkglas, fülle mit vielen großen Eiswürfeln auf, gebe die Zitronen-, Orangen- und Gurkenscheiben und das Obst hinzu und dekoriere mit einem Minzezweig. Den Minzezweig vorher mit den Handflächen anklatschen, um die ätherischen Öle freizusetzen. Die Nase soll beim Trinken tief in der Minze versinken, um das volle Aroma zu genießen. Wer seine Nase lieber hoch trägt, nimmt einen Strohhalm.

It’s Pimm’s o’clock!